April 2014

Bratpfanne als Gegenleistung für gespendetes Kriegsmetall, 1916

Je mehr sich der Erste Weltkrieg zur Materialschlacht entwickelte, desto wichtiger wurde es, alle Ressourcen konsequent zu nutzen. Besondere Bedeutung hatten die Metalle, denn sie waren das Material für Waffen und Munition. Die deutsche Schwerindustrie war durchaus in der Lage, den gestiegenen Anforderungen an die Eisen- und Stahlproduktion gerecht zu werden. Die Rohstoffe dazu waren im Reichsgebiet vorhanden und über das neutrale Schweden zu beziehen. Kupfer und andere Buntmetalle aber konnten kaum aus eigenen Vorkommen gewonnen werden. Zugleich war der Nachschub massiv eingeschränkt. Eine Teillösung des Problems boten reichsweit organisierte Metallsammlungen, denen im Laufe des Krieges  aus Kupfer, Bronze, Messing, Zinn und Aluminium gefertigte Haushaltsgeräte, Dekorationsartikel und kunstgewerbliche Objekte in großer Menge zum Opfer fielen. Für die Abgabe wertvoller kupferner Pfannen und Töpfe gab es eisernen Ersatz. Ein solches Exemplar, eine Pfanne, wird als Objekt des Monats April ausgestellt.

Sie stammt aus einem Haushalt in Dörnberg-Hütte. Die schmiedeeiserne Pfanne wurde aus einer Schale und einem Griff zusammengenietet. Am Ende des Griffes ist ein Schwertmotiv ausgestanzt, darunter zeigt ein dekoratives Prägerelief links einen Soldaten mit Gewehr und Bajonett, rechts eine Frau mit Pfanne. Einander zugewandt geben beide Figuren sich wie zu einem Vertrag die rechte Hand. Der Soldat repräsentiert den militärischen Fronteinsatz zur Sicherung der Heimat. Diese ist personifiziert in Gestalt der Frau, die ihrerseits durch das gespendete Küchenmetall zum Erfolg des Militäreinsatzes beiträgt. Front und Heimat sollen also zusammenstehen und gemeinsam den Erfolg des Kriegs gewährleisten.

Ein in den Rand der Pfanne geprägter Schriftzug erklärt Näheres:
DER DEUTSCHEN HAUSFRAU OPFERSINN . GAB KUPFER FÜR DAS EISEN HIN . IM WELTKRIEG 1916.