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Wanderausstellung vom 14. Februar bis 30. April 2020: 
„Expedition Custine – Rheinland-Pfalz, Hessen und die gescheiterte Freiheit 1792/93“

Die Französische Revolution findet sich noch heute in jedem Schulbuch. Doch wenig bekannt ist, dass sie im Herbst 1792 auch Diez und die Lahn erreichte, als der französische General Custine mit 19.000 Mann vom Elsaß kommend bei Mainz den Rhein überschritt und für wenige Wochen die Losung „Freiheit und Gleichheit“ bis in den Taunus brachte. Frankreich war gerade Republik geworden, und auch viele deutsche Revolutionsanhänger hofften auf ein neues Zeitalter. Doch es kam anders: Custine mußte seine Soldaten mit barer Münze bezahlen und ließ gerade im Taunus die Ämterkassen plündern und die Fürsten von Weilburg und Braunfels brandschatzen. Schnell nannte man ihn den „Freiheitsschwindler“. Nach fünf Wochen bereits musste sich Custine wieder auf die andere Rheinseite zurückziehen, als preußische und hessische Verbände über die Lahn gelangten. Währenddessen veränderte die Revolution auch in Paris ihr Gesicht – vom liberalen Aufbruch hin in die Schreckenszeit der Jakobiner und Robespierre. Für Mainz und die besetzten Gebieten von Rheinhessen und Rheinpfalz galt nun die Forderung aus Paris, die Region Frankreich anzuschließen – mittels „Wahlen“, deren vorgegebenes Ergebnis unbedingt einzuhalten war. Im Juli 1793 musste das Revolutionsheer sich wieder hinter die französischen Grenzen zurückziehen – und Custine wurde in Paris wegen „wegen Erfolglosigkeit“ zum Tode durch die Guillotine verurteilt. „

 

Die Ausstellung wurde von dem Kurator Dr. Dr. Marc Scheibe konzipiert und ausgearbeitet. Sie war zuletzt in Kirchheimbolanden zu sehen.

Herr Scheibe wird die Ausstellung am 14. Februar um 19:00 Uhr mit einem Vortrag zu Custine eröffnen.