Aktuelles

 

Als Vorsichtsmaßnahme gegen die Ausbreitung des Corona-Virus bleibt unser Museum bis einschließlich Sonntag, den 19. April, geschlossen. Wir bitten um Ihr Verständnis und wünschen Ihnen eine robuste Gesundheit.

Über die E-Mail-Adresse leitung@museumdiez.de sind wir weiterhin zu erreichen.

Ebenfalls für den Publikumsverkehr geschlossen sind in Diez die Tourist-Information, die Stadtbibliothek und das Rathausbüro.

 

Dr. Alfred Meurer, Museumsleiter

 

 

März 2020

Die hier angekündigte Veranstaltung muss leider ausfallen und kann eventuell zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.

Dr. Dr. Mark Scheibe nimmt Sie mit auf eine Zeitreise in die Jahre 1792/93, in der das französische Heer unter General Custine über Rheinhessen bis an die Lahn und die Wetterau vordrang. Neben dem Schutz des eigenen Landes galt es, den Menschen hier auch die Idee einer neuen revolutionären Gesellschaftsordnung nahezubringen. Der Vortrag lässt diese aufwühlende Zeit lebendig werden, die zum ersten, allerdings gewaltsam herbeigeführten, Parlament auf deutschem Boden mit der so genannten „Mainzer Republik“ geführt hat.

Im Anschluss an den Vortrag haben Sie Gelegenheit, die dazugehörige Wanderausstellung „Expedition Custine“ zu erkunden.

Der Eintritt ist frei. Um Spenden wird gebeten.

Alle Interessierten sind dazu herzlich eingeladen.

 

 

Seit 14. Februar, bis 30. April

„Expedition Custine – Rheinland-Pfalz, Hessen und die gescheiterte Freiheit 1792/93“

Die Französische Revolution findet sich noch heute in jedem Schulbuch. Doch wenig bekannt ist, dass sie im Herbst 1792 auch Diez und die Lahn erreichte, als der französische General Custine mit 19.000 Mann vom Elsaß kommend bei Mainz den Rhein überschritt und für wenige Wochen die Losung „Freiheit und Gleichheit“ bis in den Taunus brachte. Frankreich war gerade Republik geworden, und auch viele deutsche Revolutionsanhänger hofften auf ein neues Zeitalter. Doch es kam anders: Custine mußte seine Soldaten mit barer Münze bezahlen und ließ gerade im Taunus die Ämterkassen plündern und die Fürsten von Weilburg und Braunfels brandschatzen. Schnell nannte man ihn den „Freiheitsschwindler“. Nach fünf Wochen bereits musste sich Custine wieder auf die andere Rheinseite zurückziehen, als preußische und hessische Verbände über die Lahn gelangten. Währenddessen veränderte die Revolution auch in Paris ihr Gesicht – vom liberalen Aufbruch hin in die Schreckenszeit der Jakobiner und Robespierre. Für Mainz und die besetzten Gebieten von Rheinhessen und Rheinpfalz galt nun die Forderung aus Paris, die Region Frankreich anzuschließen – mittels „Wahlen“, deren vorgegebenes Ergebnis unbedingt einzuhalten war. Im Juli 1793 musste das Revolutionsheer sich wieder hinter die französischen Grenzen zurückziehen – und Custine wurde in Paris wegen „wegen Erfolglosigkeit“ zum Tode durch die Guillotine verurteilt. „

 

Die Ausstellung wurde von dem Kurator Dr. Dr. Mark Scheibe konzipiert und ausgearbeitet. Sie war zuletzt in Kirchheimbolanden zu sehen.

 

 

April 2020

Sonntag, 26. April, ab 14:00 Uhr, im ehemaligen Mineralienkabinett des Schlosses Schaumburg

Verbannungsort und Märchenschloss der Naturwissenschaften –
Die Umgestaltung des Schlosses Schaumburg in den 1850er / 1860er Jahren. Vortrag von Dr. Alfred Meurer

Im Revolutionsjahr 1848 wurde der junge Palatin von Ungarn, Erzherzog Stephan, aus politischen Gründen auf das von seiner Mutter ererbte Schloss Schaumburg verbannt.
Dort richtete er sein neues Leben an seinen schon lange bestehenden naturwissenschaftlichen Neigungen aus und ließ das Schloss innerhalb weniger Jahre dementsprechend umbauen und erweitern: Unter anderem entstand als größter Saal des Schlosses ein Mineralienkabinett; Der vormalige große Speisesaal wurde zur Bibliothek umgebaut und ein neuer, hoher Turm diente als Hauptvermessungspunkt des Herzogtums Nassau.
Die Baumaßnahmen schufen ein bauliches Ensemble, das in mancher Hinsicht an englische Schlösser und Universitäten der Tudorzeit erinnert. Das umgestaltete Schloss zog sehr bald einen immensen Touristenstrom aus den Nassauischen Kurstädten an, und Erzherzog Stephan empfing dort immer wieder Mineralogen, Botaniker und Zoologen von internationalem Rang, die seine Sammlungen besichtigten und mit ihm über wissenschaftliche Fragen debattierten.

Programm:

14:00 Uhr Einlass
14:15 Uhr Vortragsbeginn
15:40 Uhr Kaffee und Kuchen im ehemaligen Mineralienkabinett
16:30 Uhr Besichtigung der Sanierungsarbeiten im ehemaligen Marstall

Bitte nutzen Sie die Parkplätze vor der Mauer unterhalb des Waldecker Hofs.

Veranstalter: Schloss Schaumburg Grundstücks- und Immobilienwirtschaft, Industrie und Handels GmbH in Zusammenarbeit mit dem Museums- und Geschichtsverein für Diez und Umgebung e. V.

Der Eintritt ist frei. Um Spenden wird gebeten.

Alle Interessierten sind dazu herzlich eingeladen.

 

 

Mai 2020

Donnerstag, 14. Mai, 20:00 Uhr, im Kloster Arnstein, gotischer Pilgersaal

Verbannungsort und Märchenschloss der Naturwissenschaften – Die Umgestaltung des Schlosses Schaumburg in den 1850er / 1860er Jahren. Vortrag von Dr. Alfred Meurer

Im Revolutionsjahr 1848 wurde der junge Palatin von Ungarn, Erzherzog Stephan, aus politischen Gründen auf das von seiner Mutter ererbte Schloss Schaumburg verbannt.
Dort richtete er sein neues Leben an seinen schon lange bestehenden naturwissenschaftlichen Neigungen aus und ließ das Schloss innerhalb weniger Jahre dementsprechend umbauen und erweitern: Unter anderem entstand als größter Saal des Schlosses ein Mineralienkabinett; Der vormalige große Speisesaal wurde zur Bibliothek umgebaut und ein neuer, hoher Turm diente als Hauptvermessungspunkt des Herzogtums Nassau.
Die Baumaßnahmen schufen ein bauliches Ensemble, das in mancher Hinsicht an englische Schlösser und Universitäten der Tudorzeit erinnert. Das umgestaltete Schloss zog sehr bald einen immensen Touristenstrom aus den Nassauischen Kurstädten an, und Erzherzog Stephan empfing dort immer wieder Mineralogen, Botaniker und Zoologen von internationalem Rang, die seine Sammlungen besichtigten und mit ihm über wissenschaftliche Fragen debattierten.

 

Freitag, 15. Mai,  19:00 Uhr, im Gemeindehaus der Evangelischen Stiftskirchengemeinde, Schlossberg 13

„Das Deutsch-Israelitische Kinderheim in Diez an der Lahn und seine Bewohner“. Vortrag von Dr. Ing Michael Ströder und weiteren Mitgliedern der Stolperstein-Arbeitsgruppe Diez

Von 1888 bis 1935 bestand in Diez das Deutsch-Israelitische Kinderheim. Ab 1893 war es in einem eigens dafür errichteten Gebäude untergebracht: Schlossberg 23. Am 20. August 1935 wurde dieses Gebäude im Rahmen einer pogromartigen Aktion zwangsgeräumt. Wesentliche Quellen zu diesem Kinderheim veröffentlichten Adolf Morlang und Klaus-Peter Hartmann 1999 in ihrem Buch „Boykottiert – Emigriert – Deportiert – Liquidiert. Quellen zur Geschichte der Juden im Raum Diez während des Nationalsozialismus.“ Zur Vorbereitung der Verlegung einer Stolperschwelle für das Kinderheim am 20. August 2020, also genau 85 Jahre nach der Zwangsräumung, wurden weitere Quellen ausgewertet. In diesem Vortrag sollen vor allem die Schicksale von Kinderheimbewohnern beleuchtet werden, die bisher in Diez nicht bekannt waren: während bedrückend viele von ihnen in Konzentrationslagern ermordet wurden, gelang einigen die Flucht aus Deutschland, zum Teil auf abenteuerlichen Wegen. So soll an das Kinderheim und seine Bewohner erinnert werden

 

Sonntag, 17. Mai,  14:00 bis 18:00 Uhr. Erdgeschoss des Museums

Internationaler Museumstag: Bürgerliche Unterhaltungs- und Konsumkultur um 1900. Dinge zum praktischen Vorführen und Mitmachen.

 

Juni 2020

Freitag, 19. Juni, 19.00 Uhr im Gemeindehaus der Evangelischen Stiftskirchengemeinde, Schlossberg 13

Informationsabend zur Verlegung von Stolpersteinen in Diez: Schicksale emigrierter jüdischer Familien aus Diez.

Bereits 1935 fanden in Diez auffällig viele antisemitische „Aktionen“ statt. Neben der größer angelegten Zwangsräumung des deutsch-israelitischen Waisenhauses im August kam es in den Wochen vorher und nachher immer wieder zu Ausschreitungen gegen einzelne jüdische Familien. Kinder wurden beschimpft und beleidigt, bisher angesehene Familienväter und Geschäftsleute wurden verprügelt und / oder boykottiert. Der Informationsabend beschäftigt sich mit denjenigen jüdischen Familien, deren Schicksale vom Arbeitskreis Stolpersteine Diez mit Hilfe umfassender Archivarbeit bereits recherchiert werden konnte. Beschwerliche Emigrationsgeschichten über mehrere europäische und außereuropäische Länder lassen sich belegen, aber auch Ermordungen in Konzentrationslagern. Der Abend dient zur Vorbereitung der Verlegung von Stolpersteinen für einzelne Familienmitglieder vor ihrem letzten freiwillig gewählten Wohnort in Diez am 20.8.20.