Internationaler Museumstag am 17. Mai 2020

Liebe Gäste unserer Internetseite,

wie in den Jahren zuvor, sollte auch am diesjährigen Museumstag wieder etwas Praktisches zum Erleben und Anfassen in unserem Museum stattfinden. Das offizielle Motto „Museen für Vielfalt und Inklusion“ gab hierzu schon eine gute Richtung vor, war uns aber der Formulierung nach zu modisch-abgenutzt und abstrakt. Deswegen haben wir ein griffigeres Thema gewählt, das sich damit durchaus in Einklang bringen lässt: „Bürgerliche Unterhaltungs- und Konsumkultur um 1900“. Es geht hier um hochmoderne Geräte des ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhunderts, mit deren Hilfe sich bürgerliche Familien das Leben angenehmer und unterhaltsamer gestalten konnten. Voraussetzung dazu war, dass sie dem technischen Fortschritt gegenüber aufgeschlossen waren und sich die Apparate auch leisten konnten.

Unsere Beispiele sind:

– ein mit Brennspiritus betriebener Kaffeebereiter, der aus einem Haushalt in der Diezer Parkstraße stammt

– noch ein weiterer mit Brennspiritus betriebener Kaffeebereiter

– ein Phonograph zum Aufnehmen und Wiedergeben von Schallereignissen aller Art

– ein Grammophon

– ein wiederum mit Spiritusflamme betriebener Eierkocher.

Dies alles sind noch Erfindungen aus der Zeit vor der allgemeinen Elektrifizierung. Sie werden entweder mit Verbrennungswärme oder mit in Federmotoren gespeicherter Muskelkraft betrieben.

 

Wenn man eine Anzeige aus der „Phonographischen Zeitschrift“ des Jahres 1904 betrachtet, könnte man meinen, schon vor 116 Jahren hätte jemand geahnt, dass wir einmal gezwungen sein würden, unsere öffentlichen Mitmach-Aktivitäten abzusagen, um das Programm in den sicheren Rahmen der eigenen Wohnung zu verlegen. Dort können wir uns dann ungefährdet der neuesten Errungenschaften der modernen Unterhaltungskultur erfreuen….

In der Tat können wir wegen der Corona-Vorschriften diese Geräte nicht, wie vorgesehen, im Museum vorführen und dann gemeinsam den mit der Technologie des späten 19. Jahrhunderts frisch aufgebrühten Kaffee und die gekochten Eier konsumieren, Tonaufnahmen machen und Grammophon hören. Stattdessen müssen wir mit unseren Präsentationen auf kleine Videofilmchen ausweichen, die wir Ihnen auf dieser Seite zeigen. Die darin zum Einsatz kommenden Gerätschaften gehören zum Bestand der Museumssammlung oder sind Leihgaben aus Privatbesitz.

Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen mit den nun folgenden Kurzfilmen. Sie sind unser Debut mit selbstgedrehten Videos und haben keine professionelle Qualität! Wir hoffen einerseits, dass die Corona Pandemie möglichst bald abflauen und zu Ende gehen wird und wir dann keine Ersatzprogramme in Form von Amateurfilmen mehr liefern müssen. Andererseits werden wir unseren Webauftritt nach und nach mit gut gemachten Filmen anreichern müssen.

Alfred Meurer, Christiane Rosso, Georg Pick

 

Dies ist ein Eierkocher für die Zubereitung von maximal vier Eiern direkt am bürgerlichen Frühstückstisch.

Dies ist ein edel gestalteter Kaffeebereiter aus den Jahren um 1900, dessen Betrieb viel Geduld erforderte, das Warten aber mit einem kleinen Schauspiel belohnte.

Die hier in ihrer Funktion demonstrierte Kaffeemaschine ist eine frühe Form des Kaffeeautomaten, patentiert im Jahr 1878.

Dieses Gerät ist ein Phonograph, Baujahr 1901, die weiterentwickelte Version der von Thomas A. Edison 1877 erfundenen Sprechmaschine. Der Phonograph bot zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit die Möglichkeit, Töne aufzunehmen und wiederzugeben. Hier wird er als Wiedergabegerät genutzt.

In diesem Film zeigen wir die Vorbereitung einer Phonographenaufnahme.

Hier wird die Aufnahme durchgeführt….

…und dieser letzte Phonographenfilm führt vor, wie das zuvor aufgenommene Musikstück aus dem großen Trichter eines anderen Phonographen klingt.

Seit dem späten 19. Jahrhundert hatte der Phonograph einen Konkurrenten, der ihn in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg endgültig verdrängen sollte: Das Grammophon.

Hier eine Grammophon-Aufnahme des wichtigsten Plattenstars seiner Zeit: Enrico Caruso.